Kabelbrand in Rickshawland

Zumindest heute wollten wir es unbedingt nach Varanasi schaffen. Dafür mussten wir erst mal die von der letzten Nacht ziemlich zerstörte Rickshaw heilen, denn die Gänge ließen sich kaum noch schalten und ovr allem fuhr sie sich als sei eines der Hinterräder viereckig anstatt rund.

Wir haben zum Glück auf dem Weg eine Werkstatt mitten im Matsch gefunden. Der arme Mechaniker musste immer seine Schlüssel in den zentimetertiefen Schlammpfützen suchen und darauf achten, dass nur keine Kleinteile hineinfielen:

Als größtes Problem stellte sich ein gebrochenes Motorlager heraus, dessentwegen der Motor sich bei jeder Umdrehung verdrehte und wieder auf dem Lager aufschlug, ein Wunder dass er das mitgemacht hat. Das Gummilager wurde mangels Ersatzteil durch eine starre Schraube ersetzt. Bis Varanasi sollte das reichen.

Wir waren zwar zu langsam, um vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen, aber immer lief es gar nicht schlecht und es war auch ab und zu trocken. Wir meldeten uns schon in Varanasi bei Dr. Lenin an.

In einem Dorf ca. 50km vor Mohania bemitleideten wie die armen Leute dort, weil die offenbar eine Kunststoffverbrennung ertragen müssen, durch die es echt widerlich stank.

Seltsamerweise funktionierte kurz darauf die Hupe nicht mehr. Und noch etwas später stellte sich heraus, dass auch Licht und Scheibenwischer nicht mehr da waren.

Ein Blick in den Motorraum zeigte, dass wir die Quelle des Gestanks waren und vom Rickshaw-Kabelbaum nur noch ein rauchender Rest übrig war. Alles war zu einem dicken verschmurgelten Kupfer/Kunststoffgemisch verbacken, selbst von der Masseleitung hing die Isolation in Tropfen herunter.

Da es schon fast komplett dunkel war und auch zu Regnen begann, bauten wir schnellstmöglich den LKW-Scheinwerfer mit ein paar Winkeln und noch wiedergefundenen Schrauben vorne an der Rickshaw an, und schlossen ihn am Generator an, damit wir wenigstens vorne Licht hatten. Mac Gyver wäre stolz auf uns! Hinten versieht nun Benjamins Taschenlampe ihren Dienst als Rücklicht und hält immer noch durch! (durch den Blinkmodus extra auffällig :-) )

Weil natürlich auch der Scheibenwischer nicht mehr geht und es mittlerweile in strömen regnet, bauen wir eine der Frontscheiben aus, weil sonst trotz Scheinwerfer überhaupt nichts zu sehen ist. So werden wir zwar Klatschnass, schaffen es aber immerhin bis Mohania, wo wir ein Hotel finden, in dem der Manager uns sein eigenes Zimmer überlässt, weil alle anderen Zimmer ausgebucht sind. Super!

Morgen schaffen wirs dann aber wirklich nach Varanasi!

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2 Responses to Kabelbrand in Rickshawland

  1. benny says:

    Hm, Ihr Armen. Keine Ahnung für was Ihr so bestraft werdet, aber da Ihr in Indien seit, muss es etwas aus dem vorherigen Leben sein. Weiterhin toi, toi, toi und leider muss ich Euch mitteilen das einer meienr sieben Finger nun bereits abgefallen ist, die anderen sechs drücke ich aber weiterhin brav.

  2. Bace Fook says:

    Ich hoffe, der Rüssel steht noch [: