Erster Renntag – Shillong nach Guwahati

Hallo liebe Freunde,

Sonntag früh, wir satteln den Zefanten mit unserem Gepäck, schmeißen unseren Stromgenerator nochmal an, damit unsere Batterie aufgeladen wird. Sie speist unserere wichtigste elektronische Ausstattung: Multi Sound Hube mit unzähligen Geräuschen und Melodien inklusive 150 Watt Verstärker damit wir gegen die lauten LKW Huben  ankämpfen können, Autoradio, Zusatzscheinwerfer und Computer und Telefon.

Auch die anderen Teams, die ihre Rickshaws in unserem Hotel geparkt haben,  beladen ihre Gefährte. Im Gegensatz zu uns haben sie fast gar kein  Gepäck.

Wir sind spät dran, als wir auf dem Gelände des Shillong Clubs ankommen. Von dort startet unser Rennen. Es sind schon fast alle Teams da und als sie unsere Rickshaw sehen, kommt es zu freudigen Tumulten, als sich fast  alle Leute um uns scharen um Fotos von uns in unseren Cavemen Kostümen und unserem Zefanten  zu machen.

Grosses Gelächter, als ich den Spieß umdrehte und alle im Gruppenbild fotografierte:

Nach einigen Ansprachen seitens der Veranstalter und lokaler Minister verläßt ein Team nach dem anderen um 13 Uhr den Club und macht sich auf den Weg nach Guwahati. 

Schon nach wenigen Metern bleiben  die ersten liegen, die meisten anderen sehen wir  an der Tankstelle wieder, wo alle ihre Tuks volltanken. 8,5 Liter inklusive Reserve.  Wir waren ein wenig schlauer und haben unser Gefährt vorher noch per Kanister betankt, da sich der Tankstau schon erahnen ließ.

Das Fahren geht erstaunlich gut, obwohl wir Jenika vom lokalen Telefonladen dabei haben, die wir nach einer Stunde Fahrzeit bei ihrem Elternhaus absetzen. Ihre Familie betreibt ein kleines Cafe an der Landstrasse in einer einfachen Hütte. Wir werden der ganzen Familie vorgestellt und bekommen den besten Kaffee auf unsere Reise, in kleinen Plastikbechern serviert. Andere Teams kommen dazu und loben auch den guten Kaffee. Nach einiger Zeit gehts weiter.

Die Strecke ist kurvenreich und ich fahre vorsichtig, da ich noch nicht weiß wie sich unser vollbeladenes Tuk verhält.  Wir fahren teilweise auf gerader Strecke mit “schnellen” 50 km/h dahin, aber an den wenigen, jedoch steilen Anstiegen quälen wir uns im Schritttempo den Berg hoch. 

In den Dörfern sehen wir in erstaunte Gesichter, welche sich sofort in lächelnde Gesichter verwandeln, als wir ihnen zuwinken. Besonders die vielen Kinder haben viel Spaß mit uns und strecken ihre Hände aus, damit wir sie im Vorbeifahren abklatschen können.

Überwiegend ist die Straße erstaunlich gut, aber immer wieder verwandelt sie sich in eine Schlaglochpiste, auf der wir in Zeitlupe mit drei Rädern jedes Loch einzeln umschiffen.

Immer wieder werden aus vorbeifahrenden Autos Handies herausgehalten, um uns zu fotografieren. Ein paar mal müssen wir sogar anhalten und machen Fotos mit allen Passagieren. 

Am Bankautomaten versamelt sich schließlich das halbe Dorf und als die ersten wieder das Fotografieren anfangen,  wird es nach unzähligem Geklicke und Händeschütteln schwer weiter zu fahren. 

Nach fünfernhalb Stunden erreichen wir endlich unser Hotel in Guwahati, nachdem Stephan im Abendverkehr durch die engen Strassen gefahren ist. Wir sind heute gute 130 km gefahren.   

 

 

 

 

 

 

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6 Responses to Erster Renntag – Shillong nach Guwahati

  1. Chrischtl says:

    geniale Idee mit dem Tanken….und schon 130 km!!! incl Passagier! Weiter so!

  2. Hartmuth says:

    durch den Abendverkehr, enge Straßen? Bei Linksverkehr ? Verkehrsregeln gibt es kaum? Allein bei den Gedanken daran sträuben sich mir die Nackenhaare …

  3. Micha says:

    Ok Jungs!
    Im Studentenwohnheim habe einige krasse Dinge mit euch erlebt, aber diese Vorstellung hier ist soooo krraassss! Ihr seit ja soooo aabarrrtig! Die Inder denken jetzt wieso die Höhlenmenschen in Deutschland so viele Autos brauchen??
    Einfach genial, bitte mehr Fotos.
    Gruß,
    Micha

  4. Markus says:

    Hi Jan, kannst Du einigermassen regelmässig und chronologisch ein paar Zwischenziele posten? Dann können die EPPler ein bisserl tracken.
    Merci

    • stephan says:

      Tracking geht jetzt halbwegs unten rechts in der Map, oder über die genannte Adventurists-Karte. Aber wirklich Echtzeit ist das unter den Bedingungen hier nicht. Da kann schon mal der eine oder andere Tag vergehen bis zur nächsten Update-Möglichkeit.

  5. Mareike says:

    Spannende Geschichten, die ihr da erlebt!
    Wir freuen uns über jedes update!
    … wie können eigentlich 2 alleinreisende Männer sooo viel Gepäck dabei haben ?! ;-)

    Grüßle
    Mareike und Andreas